Meisterschaft 2019

Sensationeller Aufstieg nach defensiver Zielsetzung

Mit dem vorrangigen Ziel, nicht in die 2. Liga abzusteigen, sind die Hornusser von Sinneringen-Vechigen A in die Meisterschaft 2019 gestartet. Am Ende des Wettbewerbs dürfen sie sich als Aufsteiger in die Nationalliga B, die zweithöchste Spielklasse, feiern.

Das letzte Meisterschaftsspiel in Lüsslingen-Nennigkofen entwickelte sich zum Krimi. Da Leader Zimmerwald A sein Pensum schon beendet hatte, waren die Bedingungen schon vor dem Spiel klar: Die Sinneringer mussten vier Punkte holen, um den kaum erwarteten Aufstieg zu realisieren. Kaum angefangen schickt uns der Gegner einen surrenden Fehlstreich den wir souverän mit grossem Jubel im 2 abfangen konnten. Früh im Spiel kassierten die Solothurner ein Nummero. Damit wussten die Unseren: „Wenn wir sauber bleiben, steigen wir auf.“ Ein recht kontanter Wind von der Aare her erleichterte die Aufgabe ein wenig. Zahlreiche Streiche landeten neben dem Ries aber ebensoviele im Gefahrenbereich. Abzutun gab es aber immer noch genug. Nach der Nervenprobe über 72 Streiche konnten die Sinneringer die Schindeln und Hüte in die Luft werfen: Die Promotion in die NLB war geschafft. Im Schlagen fehlte die Konstanz und wurden vom Gegner um 77 Punkte übertroffen. Dieser Vorsprung sicherte dem Gegner den Ligaerhalt, also eine WinWin Situation. Danke dem Gegner für das Faire Spiel und ihnen gutes Gelingen an den Festen.

So konnten die Sieger nach dem Match in allen möglichen Formationen posieren und jubeln. Unter anderem war der auch vom Fussball her bekannte Choral zu vernehmen: ‚Nie mehr erste Liga, nie mehr, nie mehr.‘ Die Ausgelassenheit der Sieger! Natürlich wissen sie genau, dass ein Ligaerhalt in der Nationalliga B nicht geschenkt werden wird. Sie hätten vielleicht auch schon singen können: ‚Jetz pfiift de es angersch Vögeli.‘ Ganz sicher werden sie mit beiden Füssen auf dem Boden bleiben.
In der Schlussrangliste der 1.-Liga-Gruppe 2 wurden die Sinneringer nach Schlagpunkten von Wäseli B und dem zweiplatzierten Zimmerwald übertroffen. Aber im Ries waren sie die Stärksten.

Es blieb bis zuletzt bei dem Nummero, das sie im Heimspiel gegen Lueg im Emmental eingefangen hatten. Die Steigerung der Mannschaft im Ries ist frappant. Es ist noch nicht lange her, dass sie wegen einer Nummernflut beinahe in die 3. Liga abgestiegen wären. Heuer liessen sie sich im Abtun in der gesamten 1. Liga nur noch vom sauber gebliebenen Winistorf-Seeberg übertroffen. Bemerkenswert ist in dieser Hinsicht auch die Tatsache, dass selbst die Besten in der Nationalliga A mindestens einen Nouss fallengelassen haben.

Worauf führt Mannschaftsführer Bendicht Grunder den grandiosen Erfolg zurück? In seinen Augen war die Umstrukturierung im Jahr 2017 der beste Entscheid, den der Verein treffen konnte. Es wurde damals beschlossen, die besten Jungen beisammen zu lassen und sie in die A-Mannschaft zu integrieren. Dieses Prinzip wurde konsequent beibehalten. Die Mannschaft, die am 14. Juli den Aufstieg geschafft hat, weist das ungewöhnlich niedrige Durchschnittsalter von 27 Jahren auf – und dies trotz einer Reihe von Routiniers.

Apropos Routiniers. Sie sind nach wie vor die Eckpfeiler des Teams. Beat und Hansueli Schindler sind als Erster und als Letzter auf der Schlägerliste sichere Werte. Auch beispielsweise Niklaus „Chlöisu“ Dellsperger und Bendicht „Bene“ Grunder selbst sind Hornusser, an denen die Jungen aufblicken können. Und was man in Lüsslingen-Nennigkofen eindeutig feststellen konnte: Die dem Bubenries entwachsenen Jungen – viele von ihnen mit Nuller-Jahrgängen – sind für ihren Sport Feuer und Flamme. Sie freuen sich schon auf die nächste Saison, eine Etage höher.

Im August stehen für die Sinneringer zwei weitere Höhepunkte im Programm: das Mittelländische Verbandsfest in Belp und das Interkantonale in Wasen im Emmental. Es geht um Trinkhörner für die Mannschaft und um Kränze für die Einzelschläger. Dennoch misst Mannschaftsführer Grunder den beiden Festen keinen allzu hohen Stellenwert bei. Er richtet die ganze Planung und die Entwicklung der Mannschaft schon jetzt auf die Saison 2020 aus – wenn es gelten wird, in der zweitobersten Liga zu bleiben.

Danke dem Verfasser